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Neige Sinno: Trauriger Tiger/ dtv Die Autorin wurde von ihrem Stiefvater missbraucht und will nun nach 20 Jahren alle offenen Fragen klären. Ausgezeichnet mit sechs französischen Literaturpreisen geht das Buch unter die Haut und lässt nichts ungesagt. Zora Del Buono: Seinetwegen / C.H.Beck 60 Jahre nach dem Unfalltod des Vaters geht die Autorin den Ursachen auf den Grund und versucht, den Verursacher zu finden. Autofiktionales vom Feinsten. Samuel Burr: Das größte Rätsel aller Zeiten / DuMont Englische Kreuzworträtsel-, Puzzle- und Labyrinthmacher ziehen unter der Leitung einer toughen Frau zusammen in ihr Landhaus, um Synergieeffekte zu erzielen. Gleichzeitig begleiten sie ein Findelkind bis ins Erwachsenenalter. Als die Lady stirbt, macht sich der junge Mann mit Hilfe von hinterlassenen Rätseln auf, seine Eltern zu finden. Herrlich britische Unterhaltung mit echten Rätseln. Jessica Lind: Kleine Monster / Hanser Berlin Als der siebenjährige Sohn beschuldigt wird, einem Mädchen zu nahe gekommen zu sein, sieht eine Mutter ihr Kind mit anderen Augen. Sie analysiert ihre eigene Vergangenheit, sieht Parallelen und stellt sich ihren Schuldgefühlen. Raffiniert gebauter Roman über die dunklen Seiten der Kindheit. Judith W. Taschler: Nur nachts ist es hell / Zsolnay Der 2. Band des großartigen Romans „Über Carl reden wir morgen“, der aber eigenständig zu lesen ist. Das Leben einer mutigen Frau, die nach dem 1. Weltkrieg einen versehrten Mann zu Hause hat, zwei Kinder bekommt und gegen große Widerstände Medizin studiert. Eine wunderbare Verknüpfung von persönlichem Schicksal mit dem Weltgeschehen und der Medizingeschichte. Elif Shafak: Am Himmel die Flüsse / Hanser Rund um das Gilgamesch-Epos verknüpfen sich die Schicksale eines Assyrerkönigs in Ninive, eines britischen Autodidakten, der die Keilschrift netziffert, eines jungen jesidischen Mädchens, das den IS überlebt und einer Iranerin, die in London das Gedächtnis des Wassers erforscht. Große Weltgeschichte über die Jahrtausende poetisch, märchenhaft, spannend und außergewöhnlich erzählt. Lesen! Martina Hefter: Hey Guten Morgen, wie geht es Dir? / Klett Cotta Die deutsche Buchpreisträgerin erzählt die autofiktionale Geschichte einer performerin, die ihren kranken Mann pflegt und nachts aus Langeweile mit Fake-Profilen auf der Suche nach LoveScammern ist – Männern aus Afrika, die Frauen ausnehmen. Thematisch sehr modern, humorvoll, traurig und doch warmherzig.
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Jane Campbell: Bei aller Liebe / Kjona Verlag Das ist der erste Roman einer 82Jährigen: Agnes hat ein ungutes Gefühl bei der Hochzeit ihrer Tochter: Da ist ihr Onkel, der Agnes nach dem Tod ihrer Eltern aufzog und nie den Mut aufbrachte, ihr zu erzählen, wessen Kind sie wirklich ist. Und Joseph wiederum ist heimlich in Agnes verliebt, seit sie bei ihm in Therapie war. Beide wollen ihre Geheimnisse endlich zu lüften. Das kann nicht gut gehen! Witzig, britisch, charmant erzählt. Caroline O’Donoghue: Die Sache mit Rachel / KiWi Die Nr. 2 auf der Bestsellerliste der New Adult-Romane: Rachel ist verliebt in ihren Literaturprofessor, der aber verheiratet ist und scheinbar anderweitig verliebt ist. Zusammen mit ihrem WG-Freund erkundet sie die Liebe und findet Freundschaft und Glück. Das ist hochgradig amüsant, erotisch und überraschend erzählt. Lesen! Tom Rachman: Die Hochstapler / dtv Eine alternde Schriftstellerin will ein letztes Buch schreiben und dichtet mangels anderen Einfällen den Menschen ihrer Umgebung phantastische Geschichten an – mal witzig, mal dramatisch, mal hintersinnig. Bis zu einem sehr überraschenden Ende! Arno Geiger: Reise nach Laredo / Hanser Karl V. begibt sich todkrank mit einem 11Jährigen auf eine Reise zum Meer und erlebt Abenteuer und Aufregung. Und findet, was er trotz Macht und Reichtum nicht hatte: Freundschaft und Unbeschwertheit. Ein wenig unwahrscheinlich…… Stefan Cordes: Billie / C. Bertelsmann Sybille Schwarz, die Tochter eines Ratsherrn in Greifswald erlebt die Schrecken des 30 jährigen Kriegs und verfolgt unbeirrt ihr Ziel, eine Dichtern zu werden, um unsterblich zu werden so wie ihre Lieblinge Ovid und Petrarca. Es gelingt ihr als die „Sappho von Pommer“ in die Geschichte einzugehen. Keine große Literatur, aber gut recherchiert - pure Unterhaltung! Jan Weiler: Munk / Heyne Ein Herzinfarkt zwingt den unbeweibten Star-Architekten zur Rückschau auf sein Liebesleben. Er rekapituliert alle 14 Freundinnen und das, was sie aus ihm gemacht haben. Geistreich, humorvoll und brillant formuliert. Jörg Maurer: Leergut / Fischer Daniel Koch erlebt seine allmähliche Alzheimererkrankung nicht als Bedrohung und stellt fest, dass er ungewöhnliche, schräge und phantastische Dinge erlebt. Liebevolle Beschreibung eines neuen überraschenden Lebens.
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Markus Gasser: Lil / C.H. Beck New York 1880: Eine erfolgreiche Unternehmerin nimmt phantasievolle Rache an Familie und Freunden, die sie für unzurechnungsfähig erklären wollen. Sprachmächtigen Sittengemälde. Lars Mytting: Astrids Vermächtnis / Insel Endlich ist er da, der dritte Band der Hekne-Trilogie. Nach „Die Glocken im See“ und „Ein Rätsel auf blauschwarzem Grund“ spielt die Geschichte um Zwillingsglocken und einen rätselhaften mittelalterlichen Teppich jetzt im Norwegen des 20. Jahrhunderts. Als die Deutschen das Land besetzen wird das Rätsel um die Webkunst gelöst und die Geschichte der Familie Hekne auf dramatische Weise zu Ende erzählt. Ein Pageturner! Isabel Allende: Der Wind kennt meinen Namen / Suhrkam Wunderbar verknüpft Allende die Geschichte eines jüdischen Jungen, der in England zusammen mit seiner Geige der Verfolgung entkam, mit der eines Mädchens aus El Salvador, das 70 Jahre später an der Grenze zur USA von der Mutter getrennt wird. Was Flucht und Vertreibung in den Seelen von Kindern anrichten und sie ihr Leben lang begleiten, wird hier spannend und gekonnt beschrieben und zu einem guten Ende gebracht. Elizabeth McKenzie: Der Hund des Nordens / DuMont Penny wächst einem ans Herz, obwohl ihr Leben eine einzige Katastrophe ist. Sie hat sich gerade von ihrem Mann getrennt, ihr geliebter Großvater soll ins Heim, ihre Eltern sind im australischen Outback verschollen und im Garten ihrer exzentrischen Großmutter findet man eine Leiche. Doch Gott sei Dank gibt es einen väterlichen Freund, der ihr seinen Bruder, seinen haarenden Hund und sein Auto mit dem schönen Namen „Hund des Nordens“ hinterlässt. Mit deren Hilfe schafft sie es (fast) alle Knoten ihres Lebens zu lösen. Witzig, skurril, verrückt – ein Buch, das Regentage überstehen lässt.
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