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verzweifeln. Marta Haberland: Thereses Töchter / btb Der Bestseller aus Bayern, jetzt endlich auch als Taschenbuch mit 576 Seiten, erzählt die Geschichte der Augustinerbier-Dynastie und der starken Frauen an ihrer Spitze – ein Muss für alle Münchner/Bayern/Bierliebhaber. Jeder kennt Augustiner. Doch kaum einer kennt die Familie Wagner hinter der Brauerei – und noch weniger wissen um die entscheidende Rolle, die Generationen voll starker Frauen in der stürmischen Geschichte des Unternehmens spielten. Flott und detailgenau geschrieben, entfaltet sich ein spannendes Familienpanorama von 1840 bis heute. Anne Gesthuysen: Vielleicht hat das Leben Besseres vor / KiWi In der kleinen Gemeinde Alpen am Niederrhein liegt Raffaela, ein Mädchen, das seit einem Unfall geistig behindert ist, im Koma. Sie wurde bewusstlos aufgefunden, niemand weiß, was passiert ist. Die Polizei folgt den spärlichen Spuren, das Dorf ermittelt eifrig mit, allen voran die Pastorin Anna, die mit allerlei familiären Problemen zu kämpfen hat. Warmherzig und voller Humor erzählt Anne Gesthuysen von ganz normalen Menschen, deren Gemeinschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Ein gut gestrickter Roman, einfach zum Weglesen. Alice Elliot Dark: Unsere Jahre auf Felloship Point / Insel Über achtzig Sommer haben Agnes Lee und Polly Wister zusammen verbracht, in den Sommerhäusern ihrer Familien auf einer Halbinsel an der Küste Maines inmitten unberührter Natur. Polly hat sich immer zuallererst um andere gekümmert, um ihren Mann Dick, der Karriere als Philosophieprofessor gemacht hat, und um ihre drei Söhne, denen sie ein behagliches Zuhause und eine unbeschwerte Kindheit ermöglicht hat. Agnes hingegen hat nie geheiratet, stets alleine gelebt und sich ihrer Arbeit gewidmet: Als Kinderbuchautorin hat sie große Erfolge gefeiert, und nun drängt ihre Lektorin sie, ihre Memoiren zu schreiben. Und das will sie auf keinen Fall, zu viel hat sie zu verbergen. Ein bewegender, empathischer, Roman, der das 20. Jahrhundert überspannt. Er lässt sich Zeit, das Leben zwei Freundinnen aufzublättern, ihre Motive, ihre Lebensanschauungen und ihre unterschiedliche Art, den Herausforderungen des Lebens zu begegnen. Ich habe mich auf keiner der 730 Seiten gelangweilt. Angie Kim: Happiness falls / hanserblau Von einem Ausflug in die Natur kommt nur der 14jährige sprachlose Autist zurück, sein Vater bleibt spurlos verschwunden. Die Mutter und die beiden 20jährigen hochbegabten Zwillingen unternehmen alles, um das Kind zu schützen und den Vater aufzuspüren. Alle Gedanken und |
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Verwicklungen werden von der Tochter analytisch durchleuchtet, so dass auch ethisch moralische Fragen besonders aber auch die Frage der Kommunikation ausführlich behandelt werden. Super! Lesen! Liz Moore: Der Gott des Waldes / Beck In einem Feriencamp verschwindet die Tochter des reichen Land-Besitzers spurlos. Genau wie vor vielen Jahren ihr kleiner Bruder. Bei der Suche nach ihr werden Geheimnisse offenbar und enthüllen sich immer neue persönlichen Verwicklungen der vielen Protagonisten. Ein Pageturner der Extraklasse! Wolfgang Maria Bauer: Kaltblut / Penguin Bei einer Explosion in einer Berghütte kommen elf Männer ums Leben. Wer hat das Dynamit des Sprengmeisters entzündet? Die Frage bewegt das Dorf, denn der Sprengmeister, ein von allen gemiedener schweigsamer Mann, war es nachweislich nicht. Porträt eines Außenseiters in rauer Bergwelt, in atmosphärischer Dichte poetisch erzählt.. Rebekka Frank: Stromlinien / Fischer Zwillingsschwestern aus dem Marschland der Elbe warten seit 18 Jahren auf ihre Mutter, die im Gefängnis einsitzt. Als sie endlich entlassen wird, verschwinden sie und eine der Töchter spurlos. Die andere taucht tief hinein in die Vergangenheit der Familie und versucht. das Rätsel zu lösen. Sehr spannend, wendungsreich und vielschichtig mit grandiosen Naturschilderungen. Sarah Crouch: Middletide - Was die Gezeiten verbergen / dtv Der Suizid der beliebten Ärztin wirft Fragen auf. Ist ein schriftstellernder Freund vielleicht ihr Mörder, weil das Verbrechen in seinem Buch haarklein erzählt wird? Fesselnd, vertrackt und wunderbar erzählt. Martin Mosebach: Die Richtige / dtv Ein exzentrischer Malerfürst, der nur weibliche Akte malt, nimmt auf niemanden Rücksicht, vor allem nicht auf seine Modelle. In gewohnt herrlich altmodischer Sprache (in alter Rechtschreibung) liest man eine gnadenlose Beschreibung unserer Gesellschaft mit Seitenhieben auf den Kunstbetrieb. Allan Murrin: Coast Road / dtv In einer irischen Kleinstadt kreuzen sich vor 30 Jahren drei Frauenschicksale. Eingeengt von religiösen und gesellschaftlichen Restriktionen versuchen sie sich mit ihren patriarchalischen, rückwärts gewandten Männern zu arrangieren, um kleine Freiheiten zu erlangen. Stimmig beobachtet! Karissa Chen: Die Tage nach dem Pflaumenregen / Gutkind Zwei Jugendliche befreunden sich 1938 in Shanghai und werden durch den Bürgerkrieg auseinandergerissen. Ihre Wege |


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führen sie über Hongkong und Taiwan in die USA, wo sie sich 60 Jahre später wiederbegegnen. Private Träume und Lebenswege, die von der Weltpolitik zunichte gemacht werden, werden in einem langen ruhigen Erzählfluss wunderbar aufgerollt. Tommie Goertz: Im Schnee / Piper Ein alter Mann muss seinen besten Freund betrauern. Bei der Totenwacht kommt das Leben im kleinen niederbayerischen Ort zu Wort und auch, dass hier schlimmste Dinge durch Schweigen als nicht geschehen gesehen werden. Dorfleben – eine Idylle? Knappe, ehrliche aber auch poetisch Sprache, ein stilles Buch, das nachwirkt und bei dem man zwischen den Zeilen lesen muss. Wunderbar! Daniel Glattauer: In einem Zug / DuMont Ein eingebildeter Schriftsteller mit Schreibhemmung sitzt im Zug von Wien nach München einer Frau gegenüber, die ihn mit Fragen löchert Was will sie? Mit Wortwitz und pointensicher werden die Figuren entlarvt. Und wir brillant unterhalten. Haneen Al-Sayegh: Das unsichtbare Band / dtv Eine junge Frau aus der Glaubensgemeinschaft der Drusen emanzipiert sich von Eltern und Ehemann und studiert. Ein Blick in eine fremde Welt, voll Bewunderung für den Freiheitswillen einer Intellektuellen. Wunderbar! Wolf Haas: Wackelkontakt / Hanser Franz Escher wartet auf den Elektriker. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen. Der sitzt im Gefängnis und wartet auf die Entlassung. Ängstlich liegt er nachts wach und liest ein Buch. Es handelt von Franz Escher. Der wartet auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Literarisches Vexierspiel vom Feinsten! Charmaine Wilkerson: Black Cake / S. Fischer Nach ihrem Tod enthüllt eine Frau aus der Karibik ihren Kindern per Tonband, welch aufregende Jugend sie unter einem anderen Namen geführt hat. Vielfältige Probleme super in die spannende Handlung eingewoben. Melanie Levensohn: Der Morgen nach dem Regen /Insel Mutter und erwachsene Tochter haben sich entfremdet. Beide sind international erfolgreich in Top-Berufen und hatten nie Zeit für eine Aussprache. Nun treffen sie im ererbten Haus am Rhein aufeinander. Stimmig und psychologisch durchdacht.
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